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Geschichte

Die Philosophisch-Theologische Hochschule am Priesterseminar von Brixen geht auf die Neuordnung der theologischen Studien durch das Konzil von Trient (1545-63) zurück. 1607 wurde das Priesterseminar gegründet, das in den Jahren 1764-72 auf der Heilig-Kreuzinsel einen Neubau mit großer Bibliothek und Seminarkirche erhielt. In Laufe der Zeit erfolgten mehrere Renovierungen und Erweiterungen; der letzte Zubau mit Räumen für Bibliothek, Hochschule und Kirchenmusikschule erfolgte in den Jahren 1988-90.
In napoleonischer Zeit, als Tirol bayrisch besetzt war, wurde der Lehrbetrieb zeitweise eingestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte die theologische Ausbildungsstätte zu den berühmtesten des Habsburgerreiches. Die Teilung Tirols und damit auch der Brixner Diözese nach dem Ersten Weltkrieg führte dazu, dass allmählich kaum noch Nordtiroler in Brixen studieren konnten. Einen Aufschwung erlebte die Institution durch die 1964 erfolgte Neuordnung der Diözese Bozen-Brixen, denn dadurch kamen die Theologiestudenten und einige Professoren aus dem früheren "Deutschen Anteil" der Diözese Trient nach Brixen. Nachdem in den siebziger Jahren infolge des Rückgangs der Priesteramtskandidaten die Zahl der Theologiestudenten stark abgenommen hatte, konnte man allmählich wieder einen Anstieg verzeichnen, da sich auch immer mehr Laien dem Theologiestudium zuwandten. Ebenso kamen nun auch regelmäßig Theologiestudenten aus deutschen und österreichischen Diözesen für das sogenannte Freijahr nach Brixen.
Für die Theologische Lehranstalt ergab sich durch die 1974-76 geführten Verhandlungen mit der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck und mit den zuständigen Österreichischen Bundesministerien eine neue Situation: Die an ihr absolvierten Studien werden nun von der Theologischen Fakultät in Innsbruck aufgrund der Harmonisierung der Studienpläne anerkannt. Den Hörern der Brixner Hochschule steht es offen, sich nach Erlangung des theologischen Diploms in Brixen mindestens ein Semester in Innsbruck zu inskribieren, um den dortigen akademischen Grad des Magisters der Theologie zu erhalten.
Ab 1976 wurden an der Brixner Hochschule auch Kurse zur Ausbildung von Religionslehrern und für verschiedene pastorale Dienste angeboten. Das italienische Unterrichtsministerium hat die Phil.-Theol. Hochschule Brixen 1987 in die Liste jener Institutionen aufgenommen, die einen gültigen Studientitel für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen verleihen können. Weiters wurde im Jahre 1991 durch die Kongregation für das Katholische Bildungswesen an der Hochschule das „Höhere Institut für Theologische Bildung errichtet“. Es verleiht den akademischen Grad des „Magistero in Scienze Religiose“ und berechtigt zum Religionsunterricht an allen Schulstufen Italiens. Dieser Abschluss kann in der zur Hochschule gehörigen Bozner Sektion in italienischer Sprache erworben werden.
Die Kongregation für das Katholische Bildungswesen verlieh 1991 der Brixner Hochschule den Status einer akademischen Institution päpstlichen Rechts mit dem offiziellen Titel „Studium Theologicum Academicum Brixinense“ und damit verbunden die Befugnis, den akademischen Grad des Bakkalaureats zu vergeben.
Die Bildungskongregation hat 2006 die Statuten des von der Hochschule getragenen Höheren Instituts für Theologische Bildung für zunächst fünf Jahre approbiert. Es ist mit der Theologischen Fakultät des Triveneto (mit Sitz in Padua) durch einen Kooperationsvertrag verbunden, nach dessen Vorgaben auch die entsprechenden akademischen Grade verliehen werden und durch den die Neuordnung der theologischen Studien in Nordostitalien im Einzelnen geregelt wird.
Ab dem Studienjahr 2001/2002 wurde die Zusammenarbeit mit dem Institut für Christliche Philosophie an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck intensiviert. Der verliehene akademische Grad des Magisters der Philosophie wird in Italien als staatlich anerkannt („Laurea in Filosofia“).
Im Jahr 2002 wurde mit der Freien Universität Bozen ein Kooperationsvertrag für eine wissenschaftliche Zusammenarbeit abgeschlossen. Bei Wahrung der Eigenständigkeit der Philosophisch-Theologischen Hochschule und ihrer Kompetenz für die philosophische und theologische Ausbildung sind unter anderem eine gegenseitige Anerkennung von Studienguthaben, insofern diese dem jeweiligen Studienplan entsprechen, gemeinsame Forschungsvorhaben und der Austausch von Lehrenden und Studierenden vorgesehen.
Ab dem Studienjahr 2005-2006 wird, nach Approbation durch die Bildungskongregation, die Theologische Lehranstalt des Priesterseminars von Trient als Außenstelle der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen geführt.

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